Frauen- und Männerchor auf Erfolgswelle in Waldwimmersbach.
Liederkranz Sulzbach glänzt zum Abschluss mit tollen Erfolgen
Schon Anfang Mai begannen die in diesem Jahr die Sängerfeste für die Liederkranz-Chöre und endeten spät, dieser Tage, also eine ungewöhnlich lange Sängerfestsaison für die Dirigenten und Aktiven des Vereins. Doch nicht nur die Sängerfeste und die damit verbundenen Wertungssingen haben Priorität, nein auch andere Aufgaben gilt es zu bewältigen, wie Konzert- und Festabende, Kirchenge-sang und Unterhaltungsabende stehen auf dem Programm und auch hier muss entsprechendes Liedgut erarbeitet werden, um zu überzeugen. Dies ist die Maxime der Vereinsführung, die herausgegeben wurde. Zudem wäre ein ständiges arbeiten auf die Sängerfest hin, auch langweilig.
Schon früh begannen aber die Proben, also auch die Vorbereitungen der Männer für die Wertungssingen, die unter keinem guten Stern standen, denn zu viele Stühle blieben leer und dies setzte sich auch bei den Auftritten fort. Zahlreiche Sänger fehlten krankheits- oder urlaubsbedingt. Trotzdem ging man die eingegangenen Verpflichtungen munter an und stellte das Können bestens unter Beweis.
Zunächst hatte der Sängerbund Heiligkreuzsteinach zu einem Chorwettbewerb eingeladen bei dem hohes Niveau geboten wurde und stärkste Konkurrenz aus Hessischen Sängerhochburgen angetreten war. In der Klasse M 2 stellte man sich dem Juror Prof. Michael Schmoll. Mit dem fünfstimmigen und anspruchsvollen Chorwerk Soave fia il morir ((G. Pierluigi da Palestrina), dem rhythmischen und miteisenden Shanty „The drummer and the cook“ (Henry S. Matthew) sowie dem „Minnelied“ (Clemens Schreiber), das harmonische und zarte Harmonien birgt, überzeugten Musikdirektor Ludwig Reinhard und seine Mannen den Wertungsrichter, der mit viel Lob ein Silber-Diplom zuerkannte. Gleichzeitig war es der zweite Platz, knapp hinter den Sängern aus Hüttenberg mit Matthias Schmitt als Dirigenten, die nicht unbedingt mit dieser Platzierung rechneten, wie sie ehrlich zugaben. Dahinter folgten die Sänger aus Reichartshausen. Man klopfte sogar leicht an die Wertung der Klasse M 1 an. Danach gab der Chor seine Stippvisite im hessischen Bernbach ab, einer Hochburg des Chorgesangs. In der Klasse M 2 stellte man sich übermächtiger Konkurrenz aus Freiendiez mit dem wohl derzeit erfolgreichsten Dirigenten Deutschlands, Jürgen Fassbender. Viele Sänger aus dem hiesigen Raum, verstanden die Sulzbacher nicht, die sich dieser Aufgabe stellen wollten. Aber derartige Aufgaben reizen nun mal und werden auch angegangen. Mit dem gleichen Liedgut stellten sich Dirigent und seine Sänger dem Wertungsgericht mit Michael Rinscheid und Prof. Miroslav Kosler. Hoch motiviert ging man den Wettbewerb an, schrammte knapp an einem Gold-Diplom vorbei und lag knapp hinter den Sängern aus Freiendiez, deren Leistung man neidlos anerkannte. Jedenfalls war man stolz auf diese Leistung und den zweiten Klassen-preis, denn wiederum kratzte man an Wertungen der Klasse M 1. Danach folgte das Freundschaftssingen in Fahrenbach ohne jeglichen Wertungszwang.
Dieser Tage fuhren die Sängerinnen und Sänger gemeinsam zu einem Volksliederwertungssingen und das war ein Premiere, denn erstmals stellten sich beide Chöre einem Wertungsgericht. In Waldwimmersbach fungierte Jens Röth als Juror und die Männer sangen wieder in der Klasse M 2. Neben „The Drummer and the Cook“ und dem „Minnelied“ war ein weiterer Vortrag fällig und hier hatte sich Chorleiter Ludwig Reinhard für „There is a balm in Gilead“ (William L. Dawson) entschieden, wobei bei letzterem Ralf Seiler den Solopart übernommen hatte und zu begeistern wusste. Jedenfalls bot der Liederkranz Sulzbach eine reife Leistung und am Ende konnten ganz verdient, der 1. Klassenpreis und der Dirigentenpreis gefeiert werden, der vielumjubelt wurde. Man lag damit deutlich vor den Chören aus Rothenberg, Dielheim und Nußloch.
Zuvor mussten die Damen des Vereins – an diesem Abend immerhin 37 Sängerinnen - auf die Bretter die die Welt bedeuten. Sie wagten diesen Schritt, obwohl der Chor noch nicht einmal drei Jahre besteht. Doch die Auftritte zuvor beim Freundschaftssingen in Gorxheim oder beim Festbankett und dem Indonesischen Abend in Sulzbach, die vielversprechend waren und von Niveau zeugten, machten Mut.
Aufgeregt und teilweise mit weichen Knien betraten die Damen um Chorleiterin Peny Bauer die Bühne. Doch schon nach den ersten Klängen war die Nervosität verschwunden und volle Anspannung war zu erkennen. Man wollte zeigen, was man kann und keinesfalls von der Konkurrenz abfallen. Das anspruchsvolle Liedgut mit „Kleine Barke im Wind“ (Wilhelm Heinrichs), „Swing Low, sweet chariot“ (Gerhard Wind) und „Michael row your boat ashore“ (Carsten Gerlitz) steckten voller Harmonie, Rhythmik und Dynamik, was dem Frauenchor offenbar liegt und bestens umgesetzt wurde. Als Solistin überzeugte Brigitte Kammerer und auch der Chor glänzte und erstrahlte unter der Leitung von Peny Bauer. Die Truppe bot eine reife und überzeugende Leistung die mit viel Beifall und einer tollen Wertung belohnt wurde. Nur ein Pünktchen lagen die Damen hinter dem Frauenchor aus Baiertal, der bis zur Bekanntgabe der Wertung, zittern musste.
So einen Jubel über einen zweiten Klassenpreis erlebt man selten. Die Damen waren glücklich und außer sich vor Freude, denn immerhin hatte man die Chöre aus Unter-Schönmattenwag und Mingolsheim hinter sich gelassen. Es war für die Damen ein Sprung ins kalte Wasser aus dem sie sicher und freudestrahlend wieder auftauchten. Auf diesem Erfolg lässt sich aufbauen und bestimmt geht es auch im nächsten Jahr in eine neue Runde. Erst spät in der Nacht kehrten die „Liederkranz – Chöre“ heim, mit der Gewissheit, Vereinsgeschichte geschrieben zu haben. Dank geht an dieser Stellte an die Dirigenten der Chöre, Peny Bauer und Ludwig Reinhard, die es schafften, musikalisches Wissen weiter zu geben und für tolle Motivation zu sorgen. (rn)